Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

Berlin war nicht die einzige Stadt, die viele Jahre durch eine Mauer geteilt war. Auch in Mödlareuth, einer Ortschaft nahe Hof, verlief eine Betonsperrmauer mitten durch das kleine Dorf. Heute erinnern eine Gedenkstätte und ein Museum an die Geschichte der deutschen Teilung.

Mödlareuth: Klein Berlin – das geteilte Dorf

Mödlareuth liegt direkt an der Grenze zwischen Bayern und Thüringen. Das sorgte schon immer für eine Besonderheit. Das Dorf ist seit dem 16. Jahrhundert zwischen den beiden Ländern geteilt. Die eine Hälfte des Ortes gehört bis heute zum Bundesland Bayern, die andere Hälfte zu Thüringen.

Als die DDR im Jahr 1952 begann, die Zonengrenze einzurichten und mit Sperranlagen zu versehen, lag Mödlareuth fortan im sogenannten Schutzstreifen. Dieses Sperrgebiet durfte von DDR-Bürgern nur mit besonderer Genehmigung betreten werden – von Bundesbürgern gar nicht.

 Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

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Familientrennung und Zwangsumsiedlungen in „Little Berlin“

Das führte dazu, das Familien und Freunde von einem Tag auf den Anderen auseinandergerissen wurden. Einige Bewohner auf der Ostseite von Mödlareuth wurden sogar zwangsumgesiedelt und Ihre Wohnhäuser abgerissen.

1966 errichteten die DDR-Grenztruppen in Mödlareuth dann eine Betonmauer ähnlich der Berliner Mauer, was dem Dorf den Spitznamen Little Berlin (dt. Klein-Berlin) einbrachte.

Jahrzehntelang durchschnitt der Eiserne Vorhang das Dorf. Bis zum Mauerfall im Jahr 1989 und der anschließenden Öffnung der innerdeutschen Grenze. Am 9.Dezember 1989, genau einen Monat nach dem Fall der Mauer in Berlin, wurde der Grenzübergang in Mödlareuth eröffnet. Am 17. Juni 1990 wurde die Mödlareuther Mauer dann endlich durch einen Bagger zu einem Großteil abgerissen.

Die Geschichte der deutschen Teilung

Die Mödlareuther wollten, das die Mauer und Grenzanlagen ein Mahnmal sein soll, dass an die Zeit der deutsch-deuschen  Trennung erinnert. Daraufhin entstand die Idee, eine Gedenkstätte und das „Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth“ zu errichten. Zielsetzung des Museums ist die Darstellung der Geschichte der deutschen Teilung in ihrer Gesamtheit – auch die politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und alltagsgeschichtlichen Aspekte. Neben aktuellen Veranstaltungen werden von Zeit zu Zeit auch Sonderausstellungen gezeigt.

Weitere Informationen Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth
Mödlareuth 13
95183 Töpen
Tel. 09295-1334
Fax 09295-1319
Internet: www.museum-moedlareuth.de
E-Mail: museum.moedlareuth@t-online.de

Die genauen Öffnungszeiten und Eintrittspreise erfahren Sie auf der Internetseite des Museums Mödlareuth.

Karte Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth

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4 Gedanken zu „Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth“

  1. Ich war selbst 1967 als Unteroffizier in Mödlareuth im Einsatz.Für mich ist es immer
    schön nach so vielen Jahren sich diese veränderte Gegend zu besuchen.Ich habe
    nie daran geglaubt diese Gegend ohne „Mauer“zu sehen.Besonders sehr beeindruckend
    ist das Museum und der Rest der Mauer.Ich komme immer wieder gern mit meiner
    Familie hier her und entdecke immer wieder Neuigkeiten. Fam.R.Kühn

  2. Ich habe den Wandel in Berlin als Kind miterlebt und auch ein ganzes Stück von der Zeit davor. Es war für mich sehr beeindruckend und es fühlte sich ein wenig wie eine Zeitreise an. Fast schon erschreckend wenn man dazu das Kontrastprogramm der deutschen Hauptstadt kennt, wo in dieser Form absolut nichts vergleichbares geboten wird. Natürlich gibt es Mauerführungen vorbei an ehemaligen wichtigen Punkten, doch oft existiert das Mauerwerk dort nicht mehr. Und selbst da wo es existiert wird es teilweise für wirtschaftliche Ziele entfernt (siehe z.B Mediaspree / O2 Arena wo ein Teil der Eastsidegallery entfernt wurde für ein „Privathafen“ oder dem Areal des CheckPoint Charlie wo ein Wachturm von einem Privatinvestor abgerissen wurde trotz Denkmalschutz).

    Lediglich hinter dem Kanzleramt habe ich durch Zufall mal ein ganz kleines Stück Mauerverlauf gefunden das auf wenigen Metern im Ansatz zeigt, wie der Mauerstreifen mal aussah. Das Areal sieht aber erschreckend ungepflegt aus und informative Informationen sucht man vergeblich.

    Diese hier beschriebene Ausstellung ist eine beispiellose Zeitdokumentation und hat mich stellenweise enorm beeindruckt. Auch mein Bruder, der die Mauer überhaupt nicht kannte, konnte sich erstmals ein sehr gutes Bild von diesem gigantischen Bauwerk verschaffen, welches er sonst nur aus Dokus oder von Bildern kennt.

    Defintiv sehenswert für Jung und alt.

  3. Gibt es offizielle Ortsführungen in Mödlareuth?

    Falls ja, wann sind die?

    Vielen Dank für Ihre Info.

    Ernst Riedl, 91083 Baiersdorf

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